Mittwoch, 4. Juli 2012

Freiheit.

"Erst, wenn du alles verloren hast, hast du die Freiheit, alles zu tun" - Fight Club

Wir leben in den Ketten, die wir uns selbst anlegten. Geboren werden wir alle gleich - ein unbeeinflusster, schreiender Haufen, ein Blanko-Mensch. Ein Rohling, geboren, um die Welt zu verändern - oder elendig zu verkümmern.

Und von diesem Moment an scheint es unser einziges Ziel zu sein, alles daran zu setzen, uns von anderen abzugrenzen und zu unterscheiden. Verzweifelt suchen wir nach etwas, was wir besser können, als der Rest und ein unbändiger Hunger nach Individualität und Selbstdarstellung treibt uns an. Wir treiben Sport, um zu gewinnen - der olympische Gedanke wurde für Verlierer gedacht. Wir kaufen uns Kleidung, die uns abgrenzt - und gerade die, die darauf achten, keine Statussymbole zu tragen, erliegen dem großen Selbstbetrug. Auch die Abwesenheit von Statussymbolen ist ein Statussymbol.

Unsere Gier danach, etwas Besonderes zu sein, treibt uns so weit, unsere Würde im Nachmittagsprogramm von RTL zu verkaufen und unseren Stolz durch witzlose Spiegelfotos mit immer neuen, lächerlich billigen Posen auf Facebook aufzureiben. 

Die Illusion der Freiheit durch Individualität wird begrenzt durch Unvermögen, das eigene Denken zu überwinden. Wahrlich, wir sind ach-so-freie Gefangene unserer Dummheit.

Dienstag, 10. April 2012

They are solvent, ain't they?


Ich habe auf 9gag.com ein Interessantes Bild über die Staatsverschuldung entdeckt und das Ganze mal auf Deutschland umgemünzt. Man rechnet dabei "grob" durch streichen einiger Nullen den Staatshaushalt auf einen Privathaushalt um. Es ist durchaus interessant, mal mit "vertrauteren" Größen zu arbeiten, aber schaut selbst.


(Quellen der Daten: Wikipedia, Statistisches Bundesamt, Bunesfinanzministerium; alle Daten betreffen das Jahr 2009)

Mittwoch, 4. Januar 2012

Lernen, take 2!

Voll und ganz auf Designerdrogen mache ich mich jetzt frisch ans Werk und werde tatsächlich anfangen, für die Zwischenprüfung am 28.09. zu lernen.

Es wird echt Zeit, ich bin mal wieder der absolut letzte - wobei ich mein persönliches Ziel ja eigentlich schon mit der Teilnahme erreicht habe.

Nebenbei erwähnt: Wieso wird Rösler eigentlich aufgefordert, nicht zu sagen, was alle denken? Griechenland ist de facto Pleite, was soll also das scheinheilige Getue?

Donnerstag, 22. September 2011

Not in my name.

"Wie kann ein Staat, der die gesamte Gesellschaft repräsentiert und die Aufgabe hat, die Gesellschaft zu schützen, sich selbst auf die gleiche Stufe stellen wie ein Mörder?" - Kofi Annan, ehem. Generalsekretär der UN


Am heutigen Morgen, 1:00 MESZ sollte Troy Davis, einer der umstrittensten zum Tode Verurteilten der US-Justiz, durch Die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika bzw. des Staates Georgia, trotz geradezu ins Gesicht springender Zweifel, hingerichtet werden. Bisher unkommentiert, wurde eine Frist von 1-7 Tagen gesetzt, das heißt die Hinrichtung wurde verschoben, nicht jedoch aufgehoben. Er kann, so einige Quellen, jederzeit innerhalb dieser Fristhingerichtet werden.
Davis soll im August 1989 einen Mord an einem Polizisten begangen haben. 9 Belastungszeugen wurden damals gefunden, weshalb er - trotz Mangel an forensischen Beweisen - zum Tode Verurteilt wurde.

Nun hat sich die Lage im Laufe der Jahre deutlich verändert. Von den 9 ehemaligen Belastungszeugen haben 7 ihre Aussage deutlich geändert, einige sogar komplett zurückgezogen. Einer der Zeugen behauptet sogar, einige wären Analphabeten gewesen, somit nicht in der Lage, die Aussage, die sie unterschrieben haben, überhaupt zu verstehen, geschweige denn überprüfen zu können.
Die Tatwaffe, mit der der Polizist ermordet wurde, wurde niemals gefunden, Davis beteuert seine Unschuld, er behauptet bis heute, nie am Tatort gewesen zu sein.

Dies ist nicht der Moment, um über Sinn und Unsinn der Todesstrafe zu Diskutieren. Fakt ist jedoch, dass die Todesstrafe eine Strafe ist, die man nicht rückgängig machen kann, die nicht wieder gut zu machen ist und die keinerlei Fehler duldet.
Es ist also die Pflicht eines Staates, der die Todesstrafe noch immer durchführt, zu überprüfen, ob auch nur die geringsten Zweifel an der Schuld eines Verurteilten bestehen. Und sollten diese bestehen, so kann keine Moral der Welt akzeptieren, dass auch nur ein Unschuldiger getötet wird. In exakt diesem Fall hat die Exekution nämlich nicht mehr das geringste mit Rechtsstaatlichkeit zu tun, sondern ist nur noch ein Mord an einem Unschuldigen.

Es liegt nicht in meinem Ermessen zu beurteilen, ob Troy Davis unschuldig ist. Es mag sein, dass er 1989 einen Polizisten kaltblütig erschossen hat.
Mein gesunder Menschenverstand sagt mir aber, dass 7 geänderte Aussagen und das Fehlen jeglicher Beweise ein durchaus vertretbarer Grund sind, um einem möglicherweise Unschuldigen ein weiteres, faires Verfahren zuzugestehen.

Genau das tut aber die US-Regierung nicht. Ein einmal Verurteilter muss nämlich nicht nur berechtigte Zweifel darlegen, sondern seine Unschuld glaubhaft machen, um überhaupt ein Verfahren zu bekommen. Und in genau diesem Moment sind wir im Mittelalter.


Eine Aktion von Amnesty International hat 37.900 Stimmen gegen die Hinrichtungen aktivieren können, zur Zeit stehen hunderte Demonstranten vor dem Ort der Hinrichtung. Mehrere Aktivisten wurden festgenommen. Davis hat dazu aufgerufen, auch nach seinem bevorstehenden Tod weiterhin gegen die Todesstrafe zu kämpfen und seine Unschuld zu beweisen.

Es ist eine Schande, das in einem hochentwickelten Land wie den Vereinigten Staaten von Amerika eine Justiz herrscht, die außer Stande ist, ihre eigenen Urteile zu überdenken. Ich hoffe, genau wie die tausenden Aktiven auf Twitter (#TroyDavis) und direkt vor Ort, dass Davis ein weiteres, gerechtes Verfahren bekommt.



Montag, 19. September 2011

1000awesomethings.com

Aufmerksam geworden auf dieses geniale Blog bin ich durch eine Präsentation des Autors, die auf TED.com veröffentlicht wurde.
1000awesomethings.com beschäftigt sich mit kleinen Dingen des Alltags, die trotz Allem unglaublich bemerkenswert sind. Ein Beispiel? Das gute Gefühl, wenn das langsame Auto direkt vor dir endlich abbiegt. Oder der Moment, in dem man als letzter an die Kassenschlange kommt und genau in dem Moment eine neue Kasse geöffnet wird, an der man sich als erster anstellt.

Auch eine extrem sehenswerte und sehr bewegende Präsentation: